Das Bewusstsein erziehen

Unsere Handlungen und Reaktionen werden meistens bestimmt von den Mustern in unserem Hirn, die durch die intelligente Evolution entstanden sind, Evolution gesehen als Folge von intelligenter Kausalität, die im Urbewusstsein auftritt (Mensch, Rasse, Tradition, Erziehung, Gewohnheit, Training…)

Aber das Hirn ermöglicht auch, sich auf neue Themen zu konzentrieren und rein logisch zu denken. Logisches Denken ermöglicht abstraktes Denken. Es wird oft vergessen, dass wir mit abstraktem Denken die materielle Welt verlassen und eine geistige Wirklichkeit betreten können, eine geistige Perspektive mit ihren eigenen Wahrheiten. Wir können so die materielle Welt „von außen“ betrachten und leichter beurteilen, was für das Ganze und auf längere Sicht förderlich und was kontraproduktiv ist.

Wenn ich von den Gedankenmustern rede, gebrauche ich das Wort Bewusstsein und wenn das abstrakte, das „hier und jetzt bewusste“ oder konzentrierte Denken gemeint ist, gebrauche ich das Wort Gewahrsein.

Die Muster in unserem Hirn sind von Hause aus nicht mit den Wahrheiten bestückt, die wir erreichen wollen.

Wenn wir die geistigen Überlegungen außer Acht lassen, ist das Lernen in der Praxis sehr viel schmerzhafter und schwieriger.

Es ist also ausgesprochen günstig für die Menschheit und für uns persönlich, wenn wir die geistigen Seiten unseres Daseins ernst nehmen. .. wenn wir aufhören von uns selber und unserer materiellen Welt als Maßstab aus zu gehen. Wir werden dann auf Wahrheiten stoßen, welche uns helfen können ein Glück zu finden, das nicht die ganze Zeit von Schmerz und Kummer unterbrochen wird.

Eine andere Überlegung ist: In den letzten Jahrhunderten hat das rationale Denken die Überhand gewonnen. Die Fähigkeit, zeitlose Wahrheiten in Form von Mythen und Symbolen zu verstehen und zu respektieren, ging verloren. Es wird immer selbstverständlicher nur das eigene Denken für richtig zu halten.

Diese Wahrheiten mit Hilfe des abstrakten Denkens wieder zu finden und sie in die Praxis um zu setzen, ist das Ziel dieses Büchleins.

Ich muss aber sofort erwähnen, dass ich natürlich nicht allwissend bin. Ich kann nicht mehr als auf der Basis meiner persönlichen Erfahrungen und Überlegungen versuchen, andere zum Nach-denken zu verhelfen. Lernen ist Wachsen. Es geht nun nicht darum Wissen zu sammeln, es geht darum, die angebotene Erkenntnis in die Praxis umzusetzen und wenn sie sich dann gefestigt hat, den nächsten Schritt zu tun.

In seinem Wissen stehen zu bleiben blockiert Wachstum!

Wie können wir am besten vorgehen?

Wir müssen die Fähigkeit entwickeln, die alten überkommenen Muster, womit unser Hirn uns ständig bombardiert, als solche zu erkennen. Sobald wir eine neue Einsicht gewonnen haben und es kommen Gedanken auf, die nicht mehr mit der neuen Einsicht kompatibel sind, müssen wir imstande sein zu sagen: „Ich brauch‘ dich nicht mehr, lieber Gedanke. Bis jetzt warst du vielleicht nützlich, aber jetzt nicht mehr. Du darfst weg bleiben“. Dafür brauchen wir aber die Fähigkeit, unsere Gedanken zu beobachten. Das ist sicher am Anfang nicht für jedermann so leicht.

Die beste Methode ist Meditation, wobei wir uns auf etwas, zum Beispiel unsere Atmung, konzentrieren (Gewahrsein) und darauf achten, wenn wir abgelenkt sind (Bewusstsein). Wenn wir dann diesen ablenkenden aufkommenden Gedanken wahrnehmen und zu unserem Gewahrsein zurückkehren können, sind wir auf dem richtigen Weg.

Die aufkommenden Gedanken sind die Folgen von ein-geschliffenen Vorgängen in unserem Hirn. Ich nenne sie Rinnsale, wie bei Ebbe am Strand. Und wenn ich ihnen kein Wasser mehr zuführe, versanden sie. Es ist so als würde man sich eine unerwünschte Gewohnheit abgewöhnen. Nach einiger Zeit bleiben die aufkommenden kontraproduktiven Gedanken weg.

Es ist unvernünftig zu glauben, dass das gleich vollkommen gelingt (Flott und nach Wunsch von Gedankenmuster zu Gewahrsein umschalten zu können). Aber unterwegs ist das Resultat schon herrlich… für uns selber, für unsere Umgebung und für die ganze Menschheit.


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